Paul der Hase und die Regenwolke

Der kleine Hase Paul saß in seinem Bau und schaute besorgt aus dem Eingang. Draußen zogen dicke, dunkle Wolken auf, und in der Ferne grollte leise der Donner.

„Mama, ich hab Angst vor dem Gewitter“, flüsterte Paul und kuschelte sich an das weiche Fell seiner Mama.

Mama Hase nahm ihn sanft in den Arm. „Weißt du, Paul, ein Gewitter ist wie ein großes Bad für den Wald. Die Wolken sammeln Wasser, und wenn sie zu voll werden, müssen sie es abgeben – genau wie du manchmal weinen musst, wenn du traurig bist, um dich danach besser zu fühlen.“

Paul schaute skeptisch zum Himmel. Ein greller Blitz zuckte, und kurz danach folgte ein lauter Donnerschlag. Paul zuckte zusammen und drückte sich noch fester an seine Mama.

„Weißt du was hilft?“, fragte Mama Hase. „Wir zählen zusammen. Nach dem Blitz zählen wir, bis der Donner kommt. Das zeigt uns, wie weit das Gewitter noch weg ist.“

Beim nächsten Blitz zählten sie gemeinsam: „Eins, zwei, drei…“ – dann kam der Donner. „Siehst du“, sagte Mama, „es kommt schon näher, aber es zieht auch bald wieder vorbei.“

Paul fühlte sich mit jedem Zählen ein bisschen mutiger. Draußen begann es zu regnen, erst leise, dann immer heftiger, bis es wie eine Dusche auf die Blätter über ihrem Bau prasselte.

„Das klingt fast wie Musik“, bemerkte Paul überrascht. Tatsächlich – das gleichmäßige Trommeln des Regens war beruhigend, fast wie ein Schlaflied.

Nach einer Weile wurde der Regen leiser, der Donner verstummte, und durch den Eingang des Baus schien schon wieder ein Sonnenstrahl. „Siehst du“, sagte Mama lächelnd, „jedes Gewitter zieht vorbei, und danach duftet der Wald besonders frisch.“

Paul gähnte zufrieden. Das Gewitter hatte ihm gar nicht mehr solche Angst gemacht, und mit dem sanften Klang der letzten Regentropfen schlief der kleine Hase friedlich ein.

Ende.

Share this content:

Schreibe einen Kommentar