Es war eine klare Augustnacht, und die kleine Eule Lena saß wie immer auf ihrem Lieblingsast hoch oben im alten Eichenbaum. Der Himmel über dem Wald war so schwarz wie Samt, und tausende Sterne funkelten wie kleine Lichter.
„Heute Nacht ist etwas Besonderes“, sagte Mama Eule und setzte sich neben Lena. „Schau ganz genau hin und hab Geduld.“
Lena blinzelte in den Himmel. Sie wusste nicht, worauf sie warten sollte, aber sie vertraute ihrer Mama. Also wartete sie. Die Grillen zirpten, der Wind raschelte sanft in den Blättern, und die Zeit verging.
Plötzlich – ein helles Licht! Ein Stern schien sich vom Himmel zu lösen und zog eine leuchtende Spur hinter sich her, bevor er verschwand. „Ein Sternschnuppe!“, rief Lena erstaunt. Kaum hatte sie es gesagt, folgte die nächste, und dann noch eine.
„Das nennt man einen Sternenregen“, erklärte Mama Eule. „Manchmal, wenn man ganz still ist und lange genug wartet, zeigt einem der Himmel seine schönsten Geheimnisse.“
Lena zählte die Sternschnuppen: eins, zwei, drei… bei jeder Einzelnen hielt sie kurz den Atem an. Sie dachte an all die Dinge, die sie sich wünschen könnte, doch am schönsten fand sie einfach, dabei zuzusehen.
„Weißt du, Mama“, sagte Lena leise, „ich glaube, das Warten hat sich gelohnt.“
Mama Eule strich ihr sanft übers Gefieder. „Die schönsten Dinge im Leben brauchen manchmal ein bisschen Geduld, meine Kleine. Genau wie der Schlaf, der jetzt auch zu dir kommen wird.“
Lena kuschelte sich näher an ihre Mama, während am Himmel noch eine letzte Sternschnuppe vorbeizog. Ihre Augen wurden schwer, und mit einem zufriedenen Seufzer schlief die kleine Eule ein – umgeben von einem Himmel voller funkelnder Lichter.
Ende.
Share this content: